Das Wort Sozialstaat ist zu einem Reizwort geworden. Der Hintergrund ist ganz einfach: Man kann langfristig nur soviel verteilen, wie man auch hat. Bisher konnte der Staat, das heißt, die, die Staat regieren, sich aus der Affäre ziehen, indem man sich verschuldet hat. Das ist vorbei. Beziehungsweise es ist vorbei, es so einfach zu machen, wie in der Vergangenheit war. Noch kann man es ein wenig hinaus ziehen. Wenn man es so lange macht (was zu befürchten ist) bricht unser Weltwirtschaftssystem für ein paar Jahre zusammen.
Die Wirtschaftskrise 2009 war ganz praktisch, uns an diesen Umstand zu erinnern. Es geht nun einfach mit der Erkenntnis, dass sich etwas ändern muss, alles ein wenig schneller, als es ohnehin gekommen wäre. Das ist meiner Meinung nach ganz lehrreich und sinnvoll.
Nicht ausreichend Geld für etwas zu haben, was man früher bezahlen konnte, führt dazu, dass es zu Verteilungskämpfen kommt. Die Diskussion kocht in der Bevölkerung hoch. Das ist ein ganz natürliches Verhalten. Es ist sozusagen menschlich und biologisch begründbar. ´´Warum sollte der da mehr bekommen als ich. Der hat das doch gar nicht verdient. Ich habe doch viel mehr geleistet´´, und so weiter.
Man gönnt den Leuten, die nichts haben, natürlich etwas. Aber wie viel? Es wird wahrscheinlich noch einige Jahre ein Hauen und Stechen geben. In Deutschland haben wir das Problem, beziehungsweise es ist Moment ein Problem, das über das Grundgesetz dem Menschen ein Minimum zugestanden werden muss. Die Lösung: Ich denke das in den nächsten Jahren dieses Minimum neu definiert werden wird.
Es gibt ja keine andere Möglichkeit, als neu zu überdenken, wie man das vorhandene verteilt. Es ist nicht absehbar, dass zukünftig ausreichend Geld für alles Wünschenswerte vorhanden sein wird. Der Druck durch die Globalisierung und die dadurch weltweit sich immer mehr anpassenden Löhne (die für uns aus den industrialisierten Ländern bedeuten, dass der Lebensstandard nicht weiter steigt und möglicherweise sogar deutlich sinkt), werden dazu führen, dass wir noch einiges auszustehen haben.
Vielleicht gibt es sogar soziale Unruhen? Ich vermute mal, dass Randgruppen immer mehr unter Beschuss kommen. Man sehe sich zum Beispiel die Niederlande derzeitig an, die einen extremen Rechtsruck durchmachen. Wiederum eine Vermutung aber sehr wahrscheinlich ist, dass ganz Europa einen extremen Rechtsruck erleben wird. Die Folgen könnten extrem sein.
Zusammengefasst: Der Sozialstaat birgt über viele Jahre ein riesiges Konfliktpotenzial. Anpassung nach unten und Ausgrenzung von Randgruppen führen zu einer Neuausrichtung.
Die Folgen für jeden Einzelnen: Rette was er kann.
Man sollte sich darauf vorbereiten.
Freitag, 5. März 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen