Die Mobilitätsstrategie 2050 der EU ist ein wirklich weit vorausschauendes Strategiepapier zur Entwicklung des Verkehrs bis zum Jahre 2050. Kaum ist dieser Mobilitätsplan veröffentlicht gibt es auch diverse gehässige und sie zerreißende Kommentare, die kein gutes Haar an diesen Entwicklungsmöglichkeiten lassen. Insbesondere die Autoindustrie ist mehr als "am wettern ". Alle sehen vor allem eine Gefahr für die Wirtschaft und insbesondere für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Gerade bei den Benzin- und Dieselmotoren ist Deutschland mit seiner Autoindustrie führend. "Bei einer Festlegung auf den Elektroantrieb unter Belegung von langen Strecken mitentsprechend hohen Gebühren über Maut oder andere Hilfsmittel wird der deutschen Industrie der Wettbewerbsvorteil weltweit entzogen" ist der fast einhellige Tenor bei den Kritikern.
Aus meiner Sicht wird dabei vergessen, dass die deutsche Autoindustrie schon lange nicht mehr nur auf Deutschland festgelegt ist. Der Anteil der für Deutschland produzierten Autos am Gesamtproduktionsvolumen hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Die größten Märkte sind doch inzwischen in China, Indien, den USA, Russland und Südamerika zu finden. Es sind sowieso keine deutschen Autokonzerne mehr. Warum soll man sich da über die Produktion in Deutschland aufregen? Wir haben doch sowieso eine Sättigung erreicht. Auch die anderen Märkte in der EU werden kaum noch wachsen und eine Umstellung auf ein anderes Betriebssystem bei den Pkw fördert doch neue Bedarf.
Nichts ist beständig, ein Erfolgsrezept hällt manchmal nur ein Jahr, manchmal mehrere Jahre und manchmal sogar ein paar Jahrzehnte aber irgendwann gibt es etwas Neues. Alte Industrien wandeln sich oder sie sterben aus. Die Autoindustrie hat bis 2050 noch viel Zeit sich auf neue Entwicklungen einzustellen. Die Mobilitätsstrategie 2050 ist ja auch keine Vorschrift, sie würde mit Sicherheit noch weiter an die Entwicklungen der neuen Zeit angepasst werden, aber das, was man zur Zeit sehen kann zeigt auf, dass eine Entwicklung in diese Richtung die sinnvollste Entwicklung ist.
Wir wollen doch unsere Erde erhalten und müssen deshalb der Wirtschaft und der Entwicklungs der Bevölkerung bestimmte Beschränkungen auferlegen, die zu einem mehr ausgeglichenen Verhalten gegenüber den Ressourcen unserer Erde führt.
Ein weiterer Kritikpunkt war, dass " viele der EU Empfehlungen an planwirtschaftlichen Methoden erinnern". Das ist richtig. Wieder muss zudem aber das Argument entgegengehalten werden, dass es um die Lebensfähigkeit der vielen Menschen auf unserer Erde geht. Nicht ganz richtig, es geht auch um die Lebensfähigkeit von allen anderen Organismen auf dieser Erde. Wir als Menschen haben nicht das Recht ihnen ihr Überleben streitig zu machen. Gerade in Europa sind wir doch so sozial, nicht wahr? Auf jeden Fall sind wir sozial im Verhältnis zum Beispiel zum asiatischen Raum beziehungsweise insbesondere China. Seien wir doch so großzügig und denken wirklich an alle lebenden Organismen und versuchen Sie zu schützen und ihr Überleben zu sichern. Wenn alle anderen überleben, überleben wir auch viel besser.
Nochmal zurück zur planwirtschaftlichen Methode. Die freie Marktwirtschaft ist wirklich eine super Sache, weil der Mensch in seiner hervorragend vorangekommen ist. In Deutschland ist die freie Marktwirtschaft eingeschränkt auf die soziale Marktwirtschaft. Wir achten also darauf, dass das soziale Gefüge intakt bleibt - und es den Menschen insgesamt gut geht, sowie am Rande der Gesellschaft stehende möglichst integriert werden. Ich bin nun nicht der Erste der es mitteilt, aber nutzen wir doch die freie Marktwirtschaft, nutzen wir auch die soziale Marktwirtschaft (was immer man auch als sozial definiert) und tun dazu noch ein weiteres Wort: wie wäre es mit der "sozialökologischen Marktwirtschaft". Genau das macht der Plan der EU mit der Mobilität Strategie 2050.
Zusammengefasst: Freie Marktwirtschaft ist gut, wenn sie ein wenig sozial und ökologisch geknebelt wird. Das bringt uns am schnellsten und am weitesten voran und nutzt die Kreativität der Menschen. Die Mobilitätstrategie 2050 zeigt Visionen auf, wie es aus jetziger Sicht in Zukunft am besten wäre. Was von der Mobilitätsstrategie 2050 wirklich durchzusetzen ist, wird auch die Zeit zeigen. Sinnvoll ist der Ansatz auf jeden Fall.
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